Auf der Mitgliederversammlung des Trakehner Zuchtbezirks Rheinland-Pfalz / Saar fand am 16.03.2025 neben dem Jahresrückblick und den Vorstandswahlen auch eine Ehrung statt.
Im Mittelpunkt stand Willi Schneider aus Laubach.
Laudatio:
Weil wir lieben, was wir tun ….. so lautet die Philosophie des Gestüt Schneider.
Nur so kann es sein, wenn man 60 Jahre eine Pferdezucht und einen -betrieb mit Bestandszahlen von bis zu 70 Pferden, nebst Rinderhaltung und Landwirtschaft betreibt. Dies ist keine Eintagsfliege.
Fangen wir einmal mit dem Ursprung an und beginnen mit einer Zeitreise:
Im Frühjahr 1965 empfing Willi Schneider nach einer langen Reise im Güterwaggon, die damals 3jährige Zuchtstute Hanni. Diese Tochter des Geysir und der Treckstute Hansa sollte die Grundlagen für eine Trakehner Zucht im Hunsrück schaffen, die nunmehr auf 60 Jahre zurückblickt und deren Nachkommen heute noch im Stall in Laubach gepflegt werden.
1967 wurde das erste Fohlen geboren, Hanno v. Halali, der sich später im schweren Parcours behauptete. Ihre Söhne Hando v. Horrido und Hallodri v. Schwarm wurden gekört. Aus diesen Wurzeln der O382 Hansa entstammend, ist z.B. auch der unter Gilbert Tillmann hoch erfolgreiche Hadjib, über Jahre hinweg im Finale des Hamburger Derby.
Kinder der Velegue-Dynastie, der Stamm der Urania, Zweige der Polaria, der Judith v. Erdgeist, der Corrida und der Ceres hielten in den folgenden Jahren Einzug und bildeten die Säulen der Schneiderschen Zucht.
Aus ihnen stammen Sportpferde, wie z. B. die doppelt prämierten Töchter Vermächtnis, Very Nice, Elitestute Veluca und Ucara, Ucada, Utopa, der gekörte Hengst Unicato, die S platzierte Candela Waluka und viele andere.
Sein größter züchterischer Erfolg repräsentiert der gekörte Hengst Damon Jerome, ein Damon Hill Sohn aus der Jennice von Guy Laroche. Unter Uta Gräf wurde er Vizeweltmeister der jungen Dressurpferde, Vizebundeschampion, zigfacher S-Dressursieger.
Kein Wunder, lautet u. a. eine der Leitlinien des Hauses, z. B. sämtliche Stuten vor ihrem Eintritt in die Zucht auf ihren sportlichen Einsatz zu prüfen. Nur so entstehen konsolidierte Grundlagen.
Möchte man das züchterische Lebenswerk von Willi Schneider in einer Aufzählung darstellen, sähe sie so aus:
· 15 Staatsprämienstuten, 4 Prämienstuten, eine Elitestute,
· Züchter der Hengste Lucado, Hallodri und Unicato
· Aufzüchter und Aussteller des Hengstes Carino
· Hengsthalter der Hengste Louidor, Guy Laroche, Bellheim, Chardonnay und Bellino xx
Von 1976 – 1994 war Willi Schneider zudem im Ehrenamt des Trakehner Verbandes tätig, sei es als Vorsitzender des Zuchtbezirks Rheinland-Pfalz / Saar oder zeitweise als erster oder zweiter Stellvertreter.
Es gibt aber auch noch den Mensch Willi Schneider. Ihn zu beschreiben nimmt mindestens so viel Raum ein, wie der Blick auf seine züchterische Leistung. Ob in seinem Reitbetrieb oder in Gesprächen und Diskussionen – es sind zahllosen Menschen die Grundlage für ihre Pferdebegeisterung und die Faszination für das Trakehner Pferd vermittelt worden, so dass jene heute diese Leidenschaft teilen.
Sein Wissen um die Zucht, seine Kenntnisse über Ausbildung, Genetik, Stammbäume und Stutenstämme teilt er gerne mit interessierten Weggefährten.
Ehrlich, direkt, zeitweise unverrückbar in seiner Meinung, manch einer wäre auch geneigt „stur“ zu sagen, sind Eigenschaften, mit denen Willi Schneider manchmal sein Gegenüber irritiert. Andere schätzen ihn dafür. Eine stets offene Tür, eine enorme Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit sind weitere ausgeprägte Merkmale, die seinem Charakter zu eigen sind.
60 Jahre „Lebenswerk Pferdezucht“, das macht man(n) nicht alleine, hierzu gehört auch seine Frau Helma. Erhard Schulte bezeichnete das Ehepaar Schneider in einem Bericht einmal als ein Passgespann – der eine nicht ohne den anderen.
Helma, der unermüdliche Motor, immer an seiner Seite, dabei oft im Stillen im Hintergrund, aber unverzichtbar und vor allem die Hüterin der Jüngsten – den Fohlen. Mancher Verkauf ist schon gescheitert, weil die Chefin sich nicht trennen konnte.
Beide nunmehr jeder über 80 Jahre jung, leisten immer noch unfassbar viel, erfreuen sich aber treuen Weggefährten, sei es ihr Angestellter Marc Richter, Patrick und Kathleen Kohrs oder Judith Mandernach.
Rückblickend auf dieses Lebenswerk hoffen wir, dass Willi und Helma Schneider weiterhin in dieser Weise noch lange so aktiv sein können und auch künftig ihren Pferden mit dieser, für sie typischen Leidenschaft verbunden bleiben.
60 Jahre Trakehner Mitgliedschaft, das ist aller Ehre wert!
60 Jahre Treue und in Anerkennung für langjährigen Einsatz, verbunden mit großem Idealismus für die Erhaltung und Förderung des Trakehner Pferdes erhält Willi Schneider die Goldene Ehrennadel des Trakehner Verbandes und zudem eine Urkunde für 60 Jahre Mitgliedschaft im Trakehner Verband.
Wir danken Erhard Schulte für die redaktionelle Unterstützung.
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